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Nomenklatur der Facelifts
Die Namensgebung (Nomenklatur) bei Facelifts ist sehr uneinheitlich und unübersichtlich. Um es Ihnen als Patienten einfacher zu machen, erklären wir ein paar der am häufigsten in diesem Zusammenhang verwendeten Begriffe:
Präparationsausmaß
Die Begriffe „Mini-Lift“, „Midi-Lift“ und „Full-Face-Lift“ beziehen sich auf die Bereiche, die präpariert werden. Beim Mini-Lift wird die Haut nur 2-3 cm vor dem Ohr abgelöst und gespannt. Dieses Lift eignet sich für Patienten, bei denen lediglich die Haut etwas faltig geworden ist, ohne daß die Bindegewebsschichten und muskulären Strukturen des Gesichts abgesackt sind. Beim Midi-Lift wird die gesamte Wange bis zur Nasenwangenfalte präpariert, so dass der Straffungseffekt größer ist. Der Hals bleibt hierbei aber unberücksichtigt. Beim Full-Face-Lift“ oder „Ganzen-Face-Lift“ wird auch der Hals mit in die Behandlung einbezogen.
Präparationstiefe
Die Begriffe „einschichtig“, „zweischichtig“ sowie „SMAS“, „ESP“ und „Platysma“ beschreiben, ob nur die Haut gespannt wird oder auch das darunter liegende Bindegewebe und die muskulären Strukturen. Einschichtig heißt, dass nur die Haut gespannt wird. Zweischichtig beschreibt, daß auch die darunter liegenden Schichten gespannt werden. Diese Schichten heißen im Gesicht SMAS, was eine Abkürzung für eine bindegewebige Faserplatte im Wangenbereich ist, in die die Muskeln einstrahlen. Platysma sind die entsprechenden Bindegewebsstrukturen und Muskelbändchen am Hals. Bei der ESP Technik wird das Wangenfett nicht auf dem SMAS belassen sondern zusammen mit der Haut angehoben, wodurch ein guter Volumeneffekt über den Jochbeinbögen erzielt wird.
Präparationstechnik
Es gibt "offene" und "geschlossene" (sogenannte "endoskopische") OP-Techniken. Das endoskopische Operieren mit einer Kamera (Schlüsselloch-Chirurgie) hat die Operationszeiten deutlich reduziert, vermeidet Narben und verkürzt die Erholungszeiten. Endoskopisches Operieren ist besonders geeignet, um bei jüngeren Patienten das Mittelgesicht anzuheben, für Schläfen- und Stirn-Lifts oder in Kombination mit offenen Techniken. Geschlossene Techniken können aber nur eingesetzt werden, wenn kein Hautüberschuß entfernt werden muss. Ist eine Entfernung von Haut notwendig, kann dies nur mit der klassischen offenen Methode erfolgen.
Schnittführung
Die Begriffe „S-Lift“ und „MACS-Lift“ beschreiben nur die Schnittführung dieser Liftingmethoden in der Haut. Bei beiden Liftings ist der Hautschnitt auf das Areal vor dem Ohr beschränkt. Bei Liftings, bei denen auch eine Verbesserung der Halskontur erzielt werden soll, ist jedoch auch eine Schnittführung hinter dem Ohr erforderlich, damit die Halshaut gespannt werden kann.
Richtung / Vektoren der Liftings
In den letzten Jahren ist den Operateuren bewusst geworden, daß sich beim Älterwerden das Bindegewebe des Gesichtes von oben nach unten absenkt, wodurch z. B. die Hängewangen entstehen. Dieser Tatsache ist Rechnung getragen worden, in dem bei Gesichtsstraffungen mehr die vertikale Zurückverlagerung des Gewebes nach oben anstrebt wurde (vertikale Lifts). Früher wurden eher horizontale Zugrichtungen zum Ohr hin verwendet, wodurch häufig ein maskenartiges Ergebnis resultierte.
Fantasienamen
„Space-Lift“, „Bio-Lift“ und andere Namen sind fantasievolle Bezeichnungen, ohne einen Anhalt für die verwendete Präparationstechnik zu geben.
Empfehlung
Der Laie ist normalerweise mit der verwirrenden Nomenklatur von Gesichtsstraffungen überfordert. Sie sollten sich deshalb an einen vertrauensvollen und erfahrenen Operateur wenden, der alle diese Techniken beherrscht und mit Ihnen zusammen, die für Sie am besten geeignete Methode und Behandlung auswählen kann.

